Onlinehändler wollen Retouren kostenpflichtig machen

 
Veröffentlicht am 1. März 2013 von admin 11
 
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Bildquelle: Benjamin Thorn / pixelio.de

Das Onlineshopping ist so populär wie nie. Wohl auch, weil die Kunden einfach die Waren, die sie nicht wollen, schnell und problemlos wieder abstoßen können. Aber nun soll bald damit Schluss sein, denn zahlreiche Onlinehändler, denen der Rücksendungswahn zu viel wird, wollen zukünftig Gebühren erheben.

Im Bereich der Bekleidung und Schuhe scheint dies Gang und Gebe zu sein, mehrere Größen oder Farben zu ordern

Mittlerweile macht das Onlineshopping etwa 70 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Dabei werden nicht nur Bücher oder Elektronik über die verschiedensten Shops bezogen, sondern auch Kleidung, Schuhe, Kosmetika oder Möbel. Allerdings birgt diese Tatsache nicht ausschließlich Freude bei den Onlinehändlern. Nicht nur, dass der Kundenanspruch mittlerweile so hoch angestiegen ist, dass heute bestellte Waren schon morgen beim Empfänger eintreffen müssen, was bereits mit hohen Kosten verbunden ist.

Vielmehr sind die Kunden dazu übergegangen, manche Produkte gleich mehrfach zu bestellen. Vor allem im Bereich der Bekleidung und Schuhe scheint dies Gang und Gebe zu sein, mehrere Größen oder Farben zu ordern, und dann wird das, was nicht gefällt einfach kostenfrei zurückgesendet. Der Onlineshop Zalando hat bereits zugegeben, dass die Retourenquote bei 50 Prozent liegt. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass diese in einzelnen Bereichen noch höher ausfallen dürfte.

Etwa 10 Prozent aller Retouren sind nicht mehr verwendbar

Die gesetzliche Regelung sieht bisher wie folgt aus: Onlinehändler sind in Deutschland dazu verpflichtet, ab einem Warenwert von 40 Euro die Rücksendekosten zu tragen. Kaum verwunderlich dürfte es sein, dass eine Vielzahl der Kunden darauf aus sind, diese Grenze zu erreichen. Somit kommen auf den Shop Rücksendekosten zu, die zwischen 10 und 20 Euro betragen.

Hinzu kommt allerdings noch ein weiterer Verlust, denn etwa 10 Prozent aller Retouren sind nicht mehr verwendbar und müssen daher entsorgt werden. Dies hat allerdings zur Folge, dass vor allem die kleinen Händler kapitulieren müssen, denn für sie stellt sich dadurch ein enormes, unternehmerisches Risiko dar, welches kaum noch zu bewältigen ist.

Neue EU-Richtlinie

Nun jedoch soll eine neue EU-Richtlinie für Verbraucherrechte den Onlineshops Rückendeckung geben. Demzufolge dürfen diese die kostenlose Rücksendung komplett abschaffen. Die neue EU-Richtlinie muss dazu bis zum 13. Dezember 2013 in internationales Recht umgesetzt werden und wird dann alle Kaufverträge betreffen, die ab dem 14. Juni 2014 zustande kommen.

Mehr als 75 Prozent aller Unternehmen, die dazu an einer Umfrage teilnahmen, haben bereits angekündigt, von diesem Recht Gebrauch machen zu wollen, um so den Rücksendungswahn einzudämmen. Aber es gibt auch Shops, die sogar mit der kostenlosen Rücksendung werben. Hierzu zählt der Shop-Riese Zalando, der die kostenfreien Retouren als einen Teil ihres Serviceversprechens ansieht und dies weiter so halten will. Ebenso sieht Amazon keine Veranlassung, diesbezüglich Veränderungen zu planen.

 

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Kommentare:

  1. Toertjex sagt

    Ich lasse grundsätzlich alles wieder zurückgehen. Ist gut für meine Logistikfonds

     
    • Unwohl sagt

      @Toertjex
      Ja so ist das eben, Idioten gibt es überall.
      Hinterher aber laut über ständig steigende Kosten meckern.

       
  2. Rainer sagt

    Bestimmt bleibt das Recht auf kostenlose Rücksendung bei Amazon Prime Mitgliedern bestehen.
    Ich würde mir wünschen, dass sorgfälltig zurückgeschickte Ware weiterhin kostenlos bleibt.

     
  3. B0B sagt

    Dann wird die kostenlose Rücksendung halt künftig ein Wettbewerbsargument sein. Ich sehe dem sehr gelassen entgegen.

    Andererseits kann ich schon auch irgendwo verstehen, dass sich die Händler über manche Leute aufregen, die ihr Recht auf Rücksendung als eine Art Sport betreiben. Im Grunde ist es doch immer dasselbe: Ein Service wird von einigen wenigen missbraucht und ausbaden müssen es zum Schluss alle.

     
  4. Michael sagt

    naja dass gerade bei Kleidung die Ware auch passen sollte, versteht sich von selbst – schuhe, Hosen Jacken passen halt nicht immer nur weil die Größe gerade stimmt – auch fällt diese von Hersteller zu Hersteller und da auch unter den einzelen Artikel duch recht unterschiedlich aus.
    Wenn die Onlinehändler, die jahrelang davon profitiert haben, dass der Kunde zu Saturn, Mediamarkt o.ä. geht die Ware aussucht und dann online bestellt auch mal etwas Verlust machen .. irgendwie falsche Welt …

     
  5. Gastologe sagt

    Ich sag nur „Schrei vor Glück oder schicks zurück“. Was wundert sich Zalando wenn man solche Werbung fährt?

     
  6. Leroux sagt

    Grundsätzlich ist gegen eine kostenpflichtoge Rücknahme nichts zu sagen.
    Wobei hier vor allem bei Kleidung der Onnline Händler seine Größendeklarationen genauer bestimmen muss, denn hier gibt es bei den Standartgrößen verschiedener Marken große Abweichungen.
    Nur wenn hier eine genauere Größenbestimmung für den Konsumenten erfolgen kann wird die Rückgabe verringert.
    Ein guter Ansatz ist das Beispiel eines Online Shops für Outdoorbedarf ,
    hier wird bei den Hosen noch die Beininnenlänge in cm benannt das ist ein Anfang.

     
  7. Jens sagt

    Wie B0B schon sagte: der kostenlose Rückversand wird zum Wettbewerbsargument, die Kunden laufen zum nächsten aufgeblasenen E-Commerce Elefanten, die Wettbewerber müssen nachziehen, der Kunde ist glücklich. So wirds kommen!

     
  8. Elektro Paul sagt

    …es ist doch ganz einfach: es gibt produkte, bei denen ist es einfach nicht möglich, allein über die präsentation auf der website zu entscheiden, ob dieses einem zusagt oder nicht. ob es da an der kleidungsgröße, passform, farbe, geruch oder sonstwas hapert, ist irrelevant.

    aber eines ist klar: ich werde mir, sollte diese EU richtlinie in kraft treten, die rücknahmebedingungen eines onlineshops genauer ansehen oder gleich lokal kaufen, wo ich die ware in natura ansehen, fühlen oder gar probieren kann.

     
  9. @anonymus@ sagt

    Damit schiesen sich die Onlinehändler selbst ins Bein und die Leute kaufen dann verstärkt wieder lokal ein. Mir egal Klamotten kauf ich eh nie im Web.

     
  10. Apotheke sagt

    Ich kenne Leute, die sich drei 55 Zoll kommen lassen , um einen zu behalten! Ebenso 3 oder mehr Verstärker etc. Alles schön auspacken, dann wieder irgendwie in die Kiste schmeissen und zurück damit.

    Wer seine Klamotten im Netzt kauft, dem ist eh nicht zu helfen. Ich finde es gut, wenn Rücksendung einwandfreier Ware Kostenpflichtig wird. Im Gegensatz zum Vorortändler, kann man es wenigstens zurück geben. Und wer alles mögliche in Ruhe zu Hause testen will, der soll es auch bezahlen. Am ende ist es nämlich für den Händler und den nächsten Kunden gebrauchter Kram.